Zukunftsblick Bulli-Tour 2017

Zukunftsblick Bulli-Tour 2017 / Freunde der Erziehungskunst

Die Waldorf-Stiftung hat die Ausrichtung der „Zukunftsblick Bulli-Tour 2017“ mit einem Zuschuss unterstützt.

Abschlussbericht

Warum machen wir das?
Seit der Zivildienst für männliche Jugendliche nicht mehr vorgeschrieben ist, nimmt die Bereitschaft und der Mut, sich ein Jahr Pause zu gönnen, um sich selbst, seine Ideale und Fähigkeiten zu finden, an Schulen generell ab. Die Möglichkeit organisierter Friedens- und Freiwilligendienste im sozialen, anthroposophischen Bereich ist kaum bekannt, auch unter Frauen. Der Frage, was kommt nach der Schule, wird vielerorts für Schüler*innen nicht ausreichend Raum gegeben. Stattdessen vermittelt der Notendruck und eine leistungsorientierte Bildung, die Wirtschaft und Gesellschaft als starres System darstellt – als Überlebenskampf jeder gegen jeden, den Eindruck, als könnte man als Mensch durch Menschlichkeit nichts bewirken. Dagegen richten sich die ehemaligen Freiwilligen der Initiative Zukunftsblick, die mit genau der gegenteiligen Erfahrung aus der ganzen Welt zurückgekehrt sind.

Wir wollen:
Räume schaffen an Schulen, wo die eigene und die gesellschaftliche Zukunft offen besprochen werden kann. Möglichkeiten für ehemalige Freiwillige schaffen, ihre Ideen und Impulse in unsere Gesellschaft einzubringen und dabei ihre Erfahrungen weiter zu reflektieren. Die persönlichen Entwicklungs- und Wachstumspotentiale durch einen Freiwilligendienst bekannter und anerkannter machen. Zwei ehemalige Freiwillige sind meist für eine Woche den Zukunftsblick-Bulli gefahren, der alle Workshopmaterialien enthielt und haben an Schulen von ihren sozialen und interkulturellen Erfahrungen berichtet. Wenn mehr als zwei Stunden Zeit zur Verfügung stand, haben sie „Berufungsworkshops“ angeboten. Wenn uns mindestens ein Tag zur Verfügung stand (oder sogar drei) haben wir Youth Leadership Ideen- und Projektwerkstätten durchgeführt. Übernachtet haben die Ehemaligen im Bulli. Gegessen wurde in den Schulen.

Das stieß auf Resonanz
Wo immer Erfahrungsberichte und Workshops stattfinden konnten, waren die Schüler*innen und Lehrer*innen sehr begeistert. Ein Großteil der Klasse hat unsere Präsentationen stets als sehr interessant befunden. Auf einer Skala von 1 bis 10 gaben die Schüler, auf die Frage „Wie Interessant war das Thema für dich?“ im Schnitt 7,7 an. Auf die Frage „Wie haben die Workshop-Leiter*innen das Thema vermittelt?“ antworteten sie mit 8,3. „Würdest du den WS weiter empfehlen?“ wurde ebenfalls im Schnitt mit 8 bewertet. „Möchtest du einen Freiwilligendienst machen?“ beantworteten sie im Schnitt mit 6. Alle Lehrer*innen gaben an, uns spätestens in zwei Jahren wieder an ihre Schule einladen zu wollen.

Unsere Wirkung
Den offenen Rahmen, den wir in den Schulen geschaffen haben, hat vielen Schüler*innen die Augen für die Möglichkeiten nach der Schule geöffnet und Mut gemacht, einen eigenen Lebensweg zu gehen. Wir rechnen also zum einen mit mehr Schüler*innen, die sich in einem Sozial- oder Friedensdienst engagieren. Zum anderen hoffen wir auch, dass durch die Ermutigung in den Youth Leadership Workshops, unsere Teilnehmenden mit Kreativität und Vertrauen ihre Ideen, besonders im nachhaltigen, sozialen und entwicklungspolitischen Bereich, verwirklichen werden.Die Fragen von Schüler*innen und Lehrer*innen nach unseren Veranstaltungen, in wie weit wir Schülergruppen mit ihren Potentialen und Ideen weiter begleiten können, zeigt, dass wir hier einen offenen Zugang gefunden haben, der dem Interesse der jungen Menschen Raum gibt, um unternehmerische Zusammenhänge und Impulse im Sozialen zu entdecken und zu gestalten.

Wer steht dahinter?
Geleitet und betreut hat das Projekt Helmut Wolman, der selbst als Freiwilliger über die Freunde der Erziehungskunst 2010 in Brasilien war und seither in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit aktiv ist. Projektteilnehmende waren auf der einen Seite ehemalige Freiwillige der Freunde der Erziehungskunst und auf der Anderen Oberstufenschüler*innen, größtenteils von Waldorfschulen. Die Tour ging durch ganz Deutschland ausgehend von Karlsruhe.

Copyright © 2017 Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V.